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Archiv für den Monat Oktober 2012

Wandern, Raisin und Foam Fight

Nachdem nun schon einige Wochen vergangen sind, habe ich endlich mal wieder von etwas aufregerendem als Bibliotheksbesuche und Treffen in Cafés zu berichten. Am letzten Wochenende war ich in den Highlands wandern und am Sonntag war hier Raisin Weekend mit dem dazugehörigen foam fight am Montag, eine alte Tradtion der Uni. Doch der Reihe nach.

Am Samstag bin ich in aller Frühe mit anderen Mitgliedern des Mountaineering Clubs zum Wandern Richtung Highlands aufgebrochen. Nach ungefähr 1 1/2 Stunden Fahrt sind wir dann im Cairngorms National Park angekommen. Dort ging es dann auch gleich zügigen Schrittes in die Wildnis. In den letzten Tagen ist es hier relativ kalt geworden, der Winter meldet sich nun schon langsam an. In den Highlands war es natürlich noch ein bisschen kälter und in der Nacht zum Samstag ist sogar Schnee gefallen, was einen herrlichen Blick darbot. Besonders aufgeregt war der Brasilianer, der dabei war, da es für ihn der erste Schnee in seinem Leben war. Am Anfang führte uns der Weg durch einen Wald, der jedoch schon bald von einer wesentlich kargeren Landschaft abgelöst wurde. Zwischenzeitlich kam man sich fast ein bisschen wie in einem Herr der Ringe Film vor, wie wir so einer hinter dem anderen hergelaufen sind. Wir haben dann zwei, ich sag mal, Gipfel bestiegen, was jedoch nach wesentlich mehr Höhe klingt als es eigentlich war. Auch wenn es zwischendurch den ein oder anderen steilen Anstieg gab, sind, auch wenn der Name anderes vermuten lässt, die Highlands dort nicht besonders hoch, falls man überhaupt sagen kann, dass die Highlands hoch sind. Der Blick von oben auf die umliegende Landschaft war nichtsdestotrotz wunderschön, weit und breit waren keine Häuser oder Straßen zu sehen. Besonders viele Menschen haben wir auch nicht getroffen, nur zwei Jäger mit geschultertem Gewehr und einen Schotten im Kilt, der mit seiner Frau über die Bergkette gerannt ist, was einen sehr lustigen Anblick darbot. Tiere gab es jedoch auch nicht zusehen, nur ein rehartiges Tier lief einmal in der Ferne vorbei. Nach sechsstündiger Wanderung kamen wir wieder am Parkplatz an und sind dann noch im örtlichen Pub eingekehrt. Insgesamt eine sehr schöne Wanderung mit tollen Leuten!

Nun zum Raisin Weekend: Hier in St Andrews gibt es sogenannt Academic families. Alle neuen Studenten, meist Erstsemester, aber auch Master- und Austauschstudenten, werden in den ersten Wochen von ihren Eltern adoptiert. Die Eltern sind ältere Studenten, die meist im 3. Jahr studieren. Dabei müssen sich der Vater und die Mutter nicht zwangsläufig kennen und auch die Geschwister werden unabhängig von einander adoptiert. Es ergeben sich dadurch regelrechte Großfamilien mit Tanten, Onkeln, Großeltern, Cousins etc. Die Eltern bieten einem dann Unterstützung und Orientierung bzw. Hilfe während der Studienzeit hier. Ich habe nur eine academic mum, einen dad habe ich nicht gefunden, was aber auch nicht weiter schlimm ist. Am sogenannten Raisin Weekend gibt es dann Parties, die von den Eltern organisiert werden. Es beginnt mit einer Tea Party bei der academic mum, wobei man froh sein kann, wenn man auch Tee zum trinken bekommt und nicht nur alkoholische Getränke. So fing mein Sonntag mit einem Sektfrühstück bei meiner mum an, zusammen mit meinen beiden Schwestern, meiner Tante und ihren drei Kindern, also meinen Cousinen. Nach dem doch recht gemütlich Frühstück, das einzig alkoholische war nur der Sekt mit Orangensaft, wurden wir in die Trinkregeln eingeführt. So musste z.B. jeder, der den Raum betritt „God save the Queen“ singen und man durfte keine Vornamen verwenden. Anschließend ging es dann mit diversen Trinkspielen und härterem Alkohol weiter. Als dann alle genug oder auch zu viel getrunken hatten, haben wir von unserer mum einen Zettel mit Aufgaben bekommen, die wir in der Stadt lösen mussten. Wir haben unter anderem eine Sandburg gebaut, Titanic nachgespielt, Fotos mit Golfern gemacht, einen Handstand bei der alten Kathedrale gemacht, uns alle in eine Telefonzelle gequetscht und noch einiges mehr. Durch das viele hin und her Gelaufe wurde man dann wieder nüchtern und leider auch müde. Während die meisten anderen dann zu den Parties von ihrem dad gegangen sind, bin ich um 17 Uhr nach Hause gegangen und fand es auch nicht besonders Schade, den Abend in Ruhe zu verbringen.
Am Montag folgte dann der traditionelle foam fight im Salvators Quad – eine Schaumschlacht im Innenhof der Uni. Dazu wird man von seiner mum verkleidet und bekommt von seinem dad noch einen Gegenstand oder ähnliches, was man dort hin transportieren muss. Die Kostüme waren alle sehr einfallsreich und lustig. Meine mum hat uns alle, auch meine Cousinen als Nessie verkleidet, so war einer der Kopf und der Rest bildete unter einem Laken den Körper. Außerdem hat man auch Legosteine rumlaufen sehen, Minions, Rotkäpchen, Schlümpfe, Spielkarten und vieles, vieles mehr. Da ich keinen dad habe, musste ich nichts weiter tragen. Andere jedoch mussten z.B. verkleidet als Sklaven ihren dad auf einem Thron durch die Stadt tragen oder ein kaputtes Fahrrad schleppen oder auch ein Boot. Angekommen am Salvators Quad wurde dort alles von der Polizei geregelt. Man musste sich anstellen bevor man in den Innenhof durfte und die Gegenstände mussten alle abgegeben werden. Erst dann durfte man sich dem Treiben anschließen und wie wild mit Rasierschaum um sich werfen, schmieren oder was auch immer. Das ganze war eine sehr witzige Sache, auch wenn es nicht so angenehm war den Schaum in Mund, Augen, Nase und Ohren zu bekommen. Da habe ich die mit Schwimmbrillen doch sehr beneidet. Zum Glück war es auch relativ warm, sodass man nicht so schnell ausgekühlt ist. Alles in allem erinnert das Raisin Weekend ein wenig an Karneval: man trinkt schon am Vormittag, verkleidet sich und macht bekloppte Sachen, aber so etwas muss halt auch mal sein und Traditionen soll man schließlich pflegen.

Jetzt heißt es erst einmal sich wieder dem Unialltag widmen, bevor gegen Ende der Woche die Halloween Parties losgehen…

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Verfasst von - 30. Oktober 2012 in Uncategorized

 

Golfen im sonnigen Oktober

Jetzt ist es ja schon zwei Wochen her, dass ich den letzten Eintrag verfasst habe. Die Zeit vergeht echt schnell. Viel Aufregendes habe ich allerdings in dieser Zeit nicht gemacht. Hauptsächlich habe ich für die Uni gelesen und war in der Bibliothek. Ansonsten war ich in ein paar Cafés, unter anderem in Bibi’s Café mit meinem studdy buddy. Die machen die besten Cupcakes hier vor Ort oder in Schottland. Mit sowas macht hier ja jeder Werbung. Ich war auch schon in dem Café, das damit wirbt, dass sich Kate und Wills immer zum Kaffee dort getroffen haben. Dort ist es auch sehr gemütlich, aber eigentlich sind hier alle Cafés gemütlich und eher klein und schnuckelig. Neben Cafés habe ich auch Pubs von Innen gesehen. Letzten Donnerstag war ich beim Pubquiz von Albany Park, also meiner Hall (Wohnheim) mit Ina, dem Mädel aus Wien. Leider waren wir nicht besonders gut, eher schlecht, aber Spaß gemacht hat es natürlich trotzdem. Pubquizze gibt es sehr häufig, das scheint hier sehr beliebt zu sein. Am Montag war ich dann auch bei einem weiteren Pubquiz, diesmal von der German Society. Dort haben wir, das heißt Ina, Anna und ihr Freund sowie Layla (mein studdy buddy) und eine Freundin von ihr, ein bisschen besser abgeschnitten. Trotz eines gewissen Heimvorteils konnten wir leider nicht den ersten Platz belegen. Dieses Wochenende wollte ich eigentlich mit dem Mountaineering Club nach Glencoe bei Fort William fahren, eine Grippe hat mich aber leider von den Beinen gerissen, weshalb ich die letzten Tage mehr oder weniger im Bett verbracht habe. Heute war ich dann endlich mal wieder draußen und habe mir ein bisschen das Alfred Dunhill Golfturnier angesehen. Neben professionellen Golfern nehmen dort auch immer irgendwelche Stars teil. So waren dieses Jahr unter anderem Hugh Grant, Jude Law und Michael Phelps dabei. Gesehen habe ich jedoch leider keinen oder einfach nicht erkannt. Die Stadt platzt auf jeden Fall aus allen Nähten. Die Strände waren auch reich bevölkert, da hier in den letzten Tag traumhaftes Wetter war. Man sieht sogar hin und wieder welche, die baden gehen. Das wäre für mich, so schön das Wetter für Oktober auch ist, bei um die 12°C doch ein bisschen zu kalt.                                                                                                       Alles in allem bin ich noch immer dabei mich einzuleben. Anschluss an andere zu finden ist besonders in meiner Hall relativ schwer, da ja jeder in seinem „eigenen“ Haus wohnt und man andere doch eher selten sieht. Mit der Zeit gibt sich das hoffentlich und auch in den Kursen sind ja eigentlich genug Leute. Mit meinen Mitbewohnerinnen verstehe ich mich aber relativ gut und vielleicht kann ich dort ein bisschen Anschluss finden.
Bilder gibt es dieses Mal nur ein paar, da ich ja nicht all zu viel erlebt habe. Aber einen Eindruck von St Andrews im Oktober gibt es trotzdem.

Grüße und Küsse an euch alle aus dem herbstlichen Schottland!!!!

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Verfasst von - 7. Oktober 2012 in Uncategorized